Zeitschriften | Blasformen & Extrusionswerkzeuge
Das Extrudieren von in weitestem Sinne plastischen Massen ist als Arbeitsverfahren seit mehr als 200 Jahren bekannt. Bereits im Jahre 1797 wurde in England eine von Hand betätigte Presse zur Fertigung von nahtlosen Bleirohren eingesetzt. Einige Jahre später verarbeitete man auch Nichteisenmetalle, pastenartige Nahrungsmittel, Baustoffe, keramische Massen und Seife auf ähnlichen Pressen. In Deutschland kann etwa die Mitte des 19. Jahrhunderts als Beginn der Fertigung von plastischen Massen mittels Schneckenpresse - vor allem für Schläuche und Gummimassen - bezeichnet werden. Im Laufe der Jahre hat sich die Extrusionstechnik in allen Industrieländern zu einem vielfältig angewandten, variantenreichen Fertigungsverfahren entwickelt. Die Produktpalette reicht von Strangpresserzeugnissen aller Art über Rohre, Platten, Filamente, Nahrungsmittel bis zu Behältern in vielfacher Ausführung. Entscheidend für die kontinuierliche Produktion derartiger Erzeugnisse ist neben der Extrusionsanlage das Extrusionswerkzeug und für das besonders wichtige Peripherieverfahren, die Blasformtechnik, die dafür erforderliche Blasform. Die Fachzeitschrift BLASFORMEN & EXTRUSIONSWERKZEUGE informiert Hersteller der Werkzeuge sowie Betreiber von Extrusions- und Blasanlagen über Neuentwicklungen, Konstruktionsbeispiele, Patente und Tendenzen. Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich.
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Leseprobe aus der aktuellen Ausgabe
Kippdüse zur Zentrierung des Blaskopfes und zur Herstellung von gekrümmten Schläuchen

Zu Testzwecken auf eine flache Grundplatte aufgespannte Kippdüse (Eintrittsdurchmesser 200 mm) mit zwei linearen Schrittmotoren und zwei Messuhren zur Ermittlung der Kippbewegung
Blasformköpfe, mit denen Vorformlinge ausgetragen werden, sind zumindest im Austragsbereich sehr einfach aufgebaut. Sie besitzen einen runden konischen Dorn und einen ebenfalls konischen runden Außenring bzw. eine konische runde Düse. Seit man Hohlkörper im Blasformverfahren herstellt wurden bis heute vorrangig die Methoden verbessert, mit denen der Dorn im Kopf befestigt ist. Damit einher ging die Optimierung der Verteilerkanäle, mit denen die Schmelze vom Eintritt in den Kopf möglichst so verteilt wird, dass am Düsenaustritt an jeder Stelle über dem Umfang der Düse der gleiche lokale Massestrom austritt. Die in der Anfangszeit verwendeten Pinolensysteme sind im Lauf der Zeit verfeinert und verbessert worden oder inzwischen bei vielen Blasköpfen von Wendelverteilersystemen komplett verdrängt worden. Nahezu unverändert geblieben ist allerdings die Methode, mit der der Kopf beim Zusammenbau zentriert werden muss. Dementsprechend veraltet mutet auch die technische Lösung an, die nach wie vor weltweit verwendet wird. Solange der Kopf über dem gesamten Umfang für das Bedienpersonal zugänglich ist, besitzt er meist Zentrierschrauben, die beim Einfahren manuell eingestellt werden müssen. Wenn die Zugänglichkeit eingeschränkt ist, wie das häufig bei Mehrfachköpfen der Fall ist, werden ebenfalls mit Stellschrauben betätigte Schiebersysteme eingesetzt, mit denen die Düse ebenfalls wieder manuell relativ zum Kopf verschoben wird. Dies ist in einer Zeit, in der man Fertigungsprozesse möglichst automatisiert, sicherlich keine Lösung, die die generelle Aufgabenstellung, die für das Zentrieren existiert, in überzeugender Form erfüllt.
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